23. September 2020

Trials of Mana – Das GameWire-Review

Nach dem Remake von Secret of Mana, präsentiert Square Enix nun ein weiteres Remake aus der Mana Reihe. Mit Trials of Mana versucht man nun dem dritten Teil der Reihe auf den aktuellen Plattformen neues Leben einzuhauchen. Ob und wie gut dies Square Enix bzw. Studio Xeen, welches für die Umsetzung maßgeblich verantwortlich war, gelungen ist, erfahrt ihr im GameWire Test.

Die Story

Als die Welt von Dunkelheit verhüllt war, vernichtete die Göttin des Mana die acht Benevodoner, Monster, die nur Zerstörung brachten, mit dem Mana-Schwert.

Sie sperrte diese Schrecken in den acht Mana-Steinen ein und rettete die Welt. Geschwächt verwandelte sich die Göttin in einen Baum und fiel in einen tiefen Schlaf.

Die Mächte des Bösen versuchten die Benevodoner zu befreien, um die Kontrolle zu erlangen.

Mit einem furchtbaren Krieg trieben sie ihren Plan voran, die Reiche zu destabilisieren. Der Frieden war Geschichte. Das Mana verschwand langsam aus der Welt und der Mana-Baum begann zu verdorren…

https://trialsofmana.square-enix-games.com/de

Die Geschichte von Trials of Mana ist recht schnell erzählt. Der Mana-Baum, verborgen an einem heiligen Ort, droht zu verdorren und somit seine Kraft zu verlieren wodurch auch alles Mana aus der Welt zu verschwinden droht. Nur ein Held, welcher das Mana-Schwert aus dem Baum zieht und somit die Mana-Göttin wieder zum Leben erweckt, kann das drohende Unheil noch abwenden.

Soweit zur Rahmenhandlung von Trials of Mana, welche sich zum Original nicht verändert hat. Wer die Geschichte also damals schon mochte, wir hier nicht enttäuscht werden. Neben der großen Hintergrundgeschichte gibt es auch im Remake von Trials of Mana für jeden der 6 Heldencharaktere eine eigene kleine Hintergrundgeschichte.

Qual der Wahl

Beginnt ihr das Spiel, müsst ihr euch, nach dem Intro, für eine Heldengruppe entscheiden. Hierbei wählt ihr zuerst euren Hauptcharakter aus einem von 6 Helden aus und anschließend noch 2 weitere Nebencharaktere, um eure Truppe komplett zu machen.

Die Wahl eurer Gruppe bestimmt dabei wie das Spiel beginnt und welche Geschichte ihr erlebt und welchem Antagonisten eure Gegenübertreten. Innerhalb der ersten zwei Spielstunden trefft ihr dabei nach und nach auf eure gewählten Nebencharaktere die sich dann der Gruppe anschließen.

Schön dabei ist, schließt sich ein Nebencharakter das erste Mal eurer Gruppe an, könnt ihr wählen ob ihr den Weg welchen der Charakter vor eurem Treffen genommen hat, spielen wollt oder ob euch die Geschichte des Charakters in einer kurzen Sequenz erzählt werden soll.

Die Unterschiedlichen Geschichten der Charaktere, sorgt somit auch dafür, dass ihr Trials of Mana mehrfach durchspielen und jedes Mal einen anderen Einstieg und veränderten Weg durch die Geschichte des Spiels nehmen könnt.

Aber neben der Hintergrundgeschichte der Charaktere, haben diese natürlich auch unterschiedliche Fähigkeiten, die sich auf das Spiel und vor Allem den Kampf auswirken. So gibt es hier, wie für Rollenspiele üblich, einen bunten Mix an Nahkämpfern, Fernkämpfern und Magiern so dass ihr eure Heldentruppe ganz auf euren Geschmack abstimmen könnt.

Im Verlauf des Spiels, kann jeder Charakter dabei 3 Mal seine Klasse wechseln und somit neue Fähigkeiten erlernen. Hierbei wählt man immer zwischen dem Pfad des Lichts oder der Dunkelheit. So kann Durand bspw. Zum Ritter (Licht) oder Gladiator (Dunkelheit) und später gar zum Himmlischen Helden (Licht) werden. Jeder Charakter verfügt dabei über komplett eigene Klassenmöglichkeiten – will man also alle Charaktere mit allen möglichen Klassen einmal gesehen haben, wird man in Trials of Mana so einiges an Zeit investieren können.

Schöne neue Welt?

Sind viele der Features und auch die Story des Spiels nahezu wie beim Original, ist die größte Änderung natürlich die Grafik. Trials of Mana präsentiert sich, wie schon das Secret of Mana, bunt, knuddelig und eher kindlich – was aber keineswegs ein Nachteil ist. Im Gegenteil, die Grafik passt zu dem Titel und generell zu der Mana Reihe und ist dabei keineswegs hässlich. Im Vergleich zu Secret of Mana, wirkt die Grafik auch nochmal ein ganzes Stück ausgefeilter und technisch sauberer. Einziges Manko ist, dass das Laden einiger Texturen, gerade in den Zwischensequenzen, doch deutlich zu sehen ist. So passiert es schonmal, dass eine Textur erst recht verwaschen wirkt und es ein oder zwei Sekunden dauert bis sie durch die schärfere Textur ersetzt wird.  Darüber hinaus fällt einem aber sofort das Unreal Engine Typische Licht und die Effekte auf, diese sehen nämlich durch die Bank weg sehr gut aus – hier braucht sich Trials of Mana nicht zu verstecken.

Original vs. Remake

Auch bei der Musik hat man sich sehr viel Mühe gegeben. So hat man die Möglichkeit zwischen der Original-Musik oder der Remake Musik zu wechseln – ein Feature, über das sich gerade Fans des Super Nintendo Soundtracks freuen werden.

Auch bei der Sprachausgabe hat man die Wahl – hier natürlich nicht zwischen Original und Remake, da das SNES Original natürlich keine Sprachausgabe bot – vielmehr kann man hier zwischen der Englischen und der Japanischen Sprachausgabe wählen. Jedoch ist die Englische Sprachausgabe leider eine der Schwächen des Spiels und auch wenn sich die Sprecher sehr viel Mühe gegeben haben, so passt die Intonation leider häufig nicht wirklich mit dem Geschehen zusammen – hier funktioniert die japanische Sprachausgabe erheblich besser.

Kampf um Mana

Natürlich wird in Trials of Mana auch, wie im Original, viel gekämpft. Die Kämpfe laufen dabei in Echtzeit ab. Im Kampf selbst könnt ihr zwischen euren drei Charakteren nahtlos hin und her wechseln, was ihr jedoch nicht wirklich braucht – eure Kameraden weichen den Gegner aus und greifen in den richtigen Momentan an, so dass ihr euch darum eigentlich selten Sorgen machen müsst.

Das Kampfsystem ist insgesamt jedoch reicht simpel gehalten. So wählt ihr zwischen einem leichten Angriff, einem starken Angriff, den ihr auch aufladen könnt, könnt euch wegrollen, um feindlichen Angriffen auszuweichen oder springen, um auch fliegende Gegner zu treffen. Gefährliche Angriff eurer Gegner werden dabei immer mit Markierungen angekündigt, so dass ihr eigentlich keine Probleme haben solltet rechtzeitig aus der Angriffslinie zu fliehen. Habt ihr genug Energie gesammelt, könnt ihr auch mächtigere Spezialangriffe ausführen, um eure Gegner niederzustrecken. Schön ist, dass das Kampfgeschehen jederzeit vollkommen flüssig abläuft und man eigentlich nie wirklich die Übersicht verliert und dass obwohl Trials of Mana nicht, wie sein Vorgänger, aus der Vogelperspektive gespielt wird, sondern mit einer frei Drehbaren Kamera daherkommt. Sollte es dennoch mal passieren, dass ihr in einem Kampf in Bedrängnis geratet und einen Moment braucht, um euch zu sammeln, könnt ihr den Kampf pausieren indem ihr das gute alte Ringmenü öffnet, dass es schon im Original gab. Hier habt ihr auch Zugriff auf eure Heilgegenstände, um eure angeschlagenen Recken wieder aufzupäppeln.

Der Kampf gegen Metallurx ist der erste größere Bosskampf im Spiel

Nach jedem erfolgreichen Kampf erhalten eure Helden Erfahrungspunkte. Hat ein Held eine neue Stufe erreicht, könnt ihr sogenannte Lernpunkte in die 5 Grundattribute (Stärke, Intelligenz, Ausdauer, Glück, Geist) eurer Charaktere investieren wodurch ihr wiederrum Fähigkeiten freischalten könnt.  Neben Erfahrungspunkten erhaltet ihr auf euren Abenteuern natürlich auch Geld (Lucre) welches ihr in den Städten des Spiels nicht nur in diverse Gegenstände zur Heilung investieren könnt, sondern auch in neue Waffen und Rüstungen, um eure Helden zu stärken.

Gut ausgerüstet geht eure Reise dann weiter, hierbei könnt ihr nie euer Ziel aus den Augen verlieren, wird euch der nächste wichtige Punkt eurer Reise doch auf der Karte immer mit einem Stern markiert. Die einzelnen Gebiete sind gut strukturiert dabei jedoch, auch wenn es hier und da in einigen Ecken, abseits der Wege auch mal die ein oder andere Kiste zu entdecken gibt, allesamt recht linear gehalten.

Leider nur allein

Das mit Abstand größte Manko von Trials of Mana ist der Wegfall des Koop-Modus – Gerade für Fans von Couch-Koop Runden ist das schon ein herber Schlag. Hier hat man seiten Square Enix leider Potential verschenkt, war doch der Koop-Modus eines der Highlights der Spiele auf dem SNES damals.

Wertung und Fazit

Trials of Mana - Das GameWire-Review
  • 8.5/10
    Gameplay - 8.5/10
  • 8/10
    Sound - 8/10
  • 8/10
    Grafik - 8/10
  • 8.5/10
    Steuerung - 8.5/10
8.3/10

Fazit

Alles in Allem ist Trials of Mana jedoch ein sehr gelungenes Remake, welches den Geist des Originals einfängt und hier und da gelungene Neuerungen einführt und wo das Remake des Vorgängers schwächelte, hat man bei Trials of Mana vieles richtig und auch besser gemacht. Wer also schon ein Fan des Originals war, der wird auch mit dem Remake seine Freude haben und wer mit der Mana Reihe bislang nichts anzufangen wusste und gerne japanische Rollenspiele spielt, sollte sich den Titel unbedingt mal ansehen.