12. August 2020

Fury Unleashed – Das GameWire Review

Fury Unleashed ist schon seit geraumer Zeit auf unter anderem der PlayStation 4 erhältlich und somit habe ich ausgiebig Zeit mit diesem knallharten und vor allem rasanten Platformer verbringen können. Dabei kann ich getrost vorweg nehmen, dass ich die ganze Zeit über gut unterhalten wurde und mich an Spiele wie zum Beispiel Metal Slug erinnern musste. Und genau das habe ich von Fury Unleashed nach Sichtung der ganzen Informationen und des Gameplays bereits vor der eigentlichen Veröffentlichung im Mai dieses Jahres erwartet.

Aber fangen wir zunächst weiter vorne an.

In diesem Fall mit einem Punkt, der für viele Spiele ein zentraler Punkt ist. Ein Punkt, der über Sieg oder Niederlage bei der Spielerschaft entscheidet. Ein Punkt, der in manchen Fällen vernachlässigt aber größtenteils mit besonderer Sorgfalt bedacht wird: Die Hintergrundgeschichte!

Im Fall des Comic-Hack´n Slay Fury Unleashed kann keine Oscar verdächtige Inszenierung erwartet werden, allerdings fällt die Handlung auch nicht wie erwartet flach aus. Ganz im Gegenteil. Entwickler Awesome Games Studio hat sich die Mühe gemacht und während der fünf Jahre andauernden Entwicklungsphase des Platformers auch ein Auge auf den Background unseres Helden gehalten.

Im Spiel schlüpfen wir also in die Rolle des namensgebenden Helden Fury, welcher seinem fiktiven Schöpfer John Kowalsky aus dessen Schaffenskrise helfen muss. Im Verlauf des Spiels erfahren wir unter anderem wie es zu besagter Krise kommen konnte, wie die Öffentlichkeit auf den einst gefeierten Comic reagiert und was wir mit Hilfe unseres DualShock 4 tun können, um am Ende alles wieder zum Guten zu wenden. Dabei wird die Geschichte hinter Kowalsky´s Comicbüchern auch passend inszeniert.

Die einzelnen Level des Roguelite-Platformers erinnern daher vom Aufbau her an klassische Comichefte. Zu Beginn eines jeden Levels starten wir oben links am Bildschirmrand und bahnen uns dann unseren frei wählbaren Weg voller Action bis zum unteren rechten Bildschirmrand, an dem dann der Levelausgang auf uns wartet. Nach den ersten Minuten habe ich direkt eine erste Kostprobe vom knackigen Schwierigkeitsgrad erhalten. Denn hört es sich so einfach an, von oben links, nach unten rechts zu laufen, erweist sich dies in der Praxis als durchaus ambitioniertes Unterfangen. Zumal man, wie ich festgestellt habe, sehr häufig das zeitliche segnen wird, bis man in den nächsten Kapitelabschnitt gelangt.

Nicht nur einfache Gegner warten in den – nach jedem Tod per Zufall generierten – Leveln auf uns, sondern auch der ein oder andere überdimensionale Zwischenboss wartet unangekündigt auf den Spieler und lässt ihm das ein oder andere Mal einen Schrei des Hasses aus dem Mund entweichen. Nett ist es vor allem auch dann, wenn man einen Zwischenboss legt und sich voller Glücksgefühle in den nachfolgenden Raum begibt, nur um zu sehen, dass wir uns in einer Sackgasse befinden und wieder zwei Räumer zurück müssen. Spaß pur!

Doch dass ist es irgendwie auch, was Fury Unleashed im Kern ausmacht. Sehr schnell entwickelt man intuitiv ein Gespür für wichtige Räume und eher weniger wichtige Räume. Mit einem kurzen Blick auf die Karte kann man nach einiger Spielzeit bestimmte Räume einzig allein aufgrund ihrer Größe einschätzen und sich so seine Route bereits vorab festlegen. Dementsprechend kommt bereits in kürzester Zeit ein Spielfluss zustande, der für derartige Titel üblich ist.

Ein Grund für den aufkommenden Spielfluss sind unter anderem die Tode unseres Helden. Ja, ihr habt richtig gelesen. Die häufigen Bildschirmtode wirken sich positiv auf den Spielfluss aus. Denn da wir bei jedem Durchgang – und ist er auch noch so kurz – an schwarze Tinte gelangen, haben wir im Nachgang immer die Möglichkeit die Attribute unseres Charakters zu verbessern. So können wir uns unter anderem dafür entscheiden über mehr Lebenspunkte zu verfügen oder stärkeren Schaden anzurichten. Doch nicht nur das, durch bestimmte Aktionen im Spiel können wir auch die Zeit unserer Kombos verlängern. Und das ist nicht nur wichtig, sondern auch sehr geil!

Denn die Kombos sind ein wirklich wichtiger Bestandteil unseres actionlastigen Hack´n Slays. Erst durch sie kommen wir wirklich schnell von A nach B und machen den Widersachern wirklich Feuer unterm Hintern. Im Prinzip sind diese Kombinationsketten unserer Angriffe auch die einzige wirkliche Möglichkeit, unsere verlorenen Lebenspunkte zumindest zum Teil wieder aufzufüllen. Demnach ist zunächst etwas verwirrend sich mit nur noch 34 verbleibenden Lebenspunkten von Abschnitt zu Abschnitt zu stürzen. Um länger am Leben bleiben zu können ist dieses Vorgehen aber unabdingbar. Schließlich weiß man nie zu einhundert Prozent, wo der nächste Bossgegner auf uns lauert.

Positiv zu erwähnen sind an dieser Stelle auch die unzähligen Waffen, die wir uns in den Spieldurchgängen erspielen können. Diese sorgen für Abwechslung und sind gut ausbalanciert. Es gibt keine übermächtige Waffe die alles und jeden niederstreckt. Nach einigen Stunden Spielzeit und dem Testen verschiedener Tötungsgeräte wird sich jeder Spieler für einen unterschiedlichen Liebling entscheiden. Ist es der langsame aber sehr starke Granatwerfer? Oder sind es die beiden blitzschnellen aber weniger starken Maschinenpistolen? Für jeden Typ ist etwas im Waffenarsenal vorhanden. Und da die Waffen nicht immer am Mann oder an der Frau (ja, es gibt auch weibliche Charaktermodelle) getragen werden können, muss man sich zwangsläufig auch mit den anderen Waffentypen arrangieren.

Das bockschwere Actionfeuerwerk ist auch wunderbar in Szene gesetzt. Optisch hat das fünfköpfige Entwicklerstudio wirklich viel Liebe ins Detail gesteckt. Keins der von mir durchquerten Comicbücher glich dem anderen und auch die Endgegner eines jeden Kapitels (von denen es immer drei verschiedene gibt) unterscheiden sich sowohl von der Optik als auch von den Angriffen. Es hat wirklich Spaß gemacht in den tiefsten Dschungel einzutauchen oder sich gegen futuristische Mechs zur Wehr zu setzen.

Ebenso antreibend sieht es auch mit der musikalischen Untermalung aus. Hier gibt es definitiv etwas auf die Ohren und der Soundtrack ist herrlich eingängig. Gerade auch während der Kombos, bei denen das Tempo der Musik nochmals deutlich anzieht ist es einfach nur mitreißend und dem Spielspaß förderlich. Auch hier hat der Entwickler alles richtig gemacht und ich habe absolut nichts zu bemängeln.

Aber auch ansonsten hat Fury Unleashed ein solides Auftreten, was nicht zuletzt auf die eingängige Steuerung zurückzuführen ist. Natürlich braucht man etwas Anlauf, um sich im bunten Comicuniversum zurecht zu finden aber nach einigen Anläufen gehen die Kämpfe schon recht flüssig von der Hand. Geballert und gelaufen wird hauptsächlich mit den beiden Analogsticks. Während der Linke dafür Sorge trägt dass wir uns mit unserem Helden (wahlweise unserer Heldin) smooth durch die Level bewegen, sorgt der Rechte für ordentlich Furore. Ziehen wir den Stick beispielsweise nach rechts, so entlädt unser Protagonist seine tödlichen Salven auch in diese Richtung. Dasselbe gilt für alle anderen Richtungen. Einen extra Knopf, wie man es aus Shootern wie Battlefield oder Call of Duty kennt, braucht man nicht zu betätigen. Lediglich die Schultertasten kommen noch hinzu, wenn wir eine Granate in Richtung unserer Gegner werfen möchten.

Fazit

Fury Unleashed erschien bereits am 8. Mai 2020 für die Nintendo Switch, den PC, die PlayStation 4 und die Xbox One im hiesigen Handel. Wie eingangs erwähnt hatte ich nun ausgiebig Zeit, um selbst Hand anlegen zu dürfen und ich bin begeistert! Zwar ist der Platformer weder Meilenstein noch perfekt aber er macht wirklich vieles richtig. Das Gesamtpaket weiß zu überzeugen und den Spieler bei der Stange zu halten. Dabei wirkt alles herrlich ungezwungen. Wollen wir zum Beispiel in das nächste Comicbuch vorrücken, so müssen wir im Vorfeld alle drei Kapitelbosse legen. Da diese per Zufall erscheinen, können mitunter schon mehrere Anläufe nötig sein. Zumal man die einzelnen Comicseiten auch nicht jedes Mal einzeln anwählen kann. Startet man ein Buch, aus welchen Gründen auch immer, so beginnt man immer auf der ersten Seite und muss sich zunächst durch zwei weitere Seiten schlachten, bevor man auf der vierten und letzten Seite dann schließlich auf einen der wirklichen Endbosse trifft.

Zusammen mit der Musik und der Optik hat Fury Unleashed wirkliches Suchtpotential und kann von mir denjenigen unter euch empfohlen werden, welche auf ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Spiel stehen, bei dem man einfach mal getrost und mit gutem Gewissen die Sau rauslassen kann.

Eine klare Empfehlung von mir!

Fury Unleashed - Das GameWire Review
  • 9/10
    Gameplay - 9/10
  • 9/10
    Sound - 9/10
  • 9/10
    Grafik - 9/10
  • 8/10
    Steuerung - 8/10
8.8/10

Fazit

Ein wirklich spaßiger Platformer im Roguelite-Stil der auch gleichzeitig herausfordernd ist. Das umfangreiche Waffenarsenal sorgt für Abwechslung und die muiskalische Untermalung lädt zu wahren Schlachtorgien ein. Die einzelnen Comicbücher sind detailliert gestaltet und keines ähnelt dem anderen. Sowohl vom Schauplatz her, als auch von den Gegnertypen. Von mir eine klare Kaufempfehlung für all diejenigen unter Euch, die Lust auf kurzweilige Shooterkost im Stile von Metal Slug haben.