29. November 2021

Da wir uns aufgrund der noch immer nicht final bekämpften Corona-Pandemie nach wie vor nicht in echten Spelunken herumtreiben können, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und mich mit Poker Club auf der PlayStation 4 an einen virtuellen Tisch begeben. In verschiedenen Umgebungen habe ich an meinem Pokerface gefeilt und verrate euch im kommenden Review was mir gut und was mir weniger gut gefallen hat.

Ihr seid doch alles Statisten

Die Poker-Simulation Poker Club ist für die PlayStation aktuell für 24,99 Euro im PlayStation Store erhältlich und verspricht für den vergleichsweise geringen Preis eine Menge. So ist in der Spielbeschreibung unter anderem von einer 4K Auflösung, 60 FPS und den neusten Grafikfunktionen für PC und Konsolen die Rede. Zugegeben, die Simulation sieht gut aus und läuft stabil. Das ist aber aufgrund des eher statischen und ruhigen Gameplays keine Kunst. Zu bemängeln habe ich in puncto Optik jedoch nichts, denn es gibt andere Titel desselben Genres die unspektakulärer daher kommen. Von daher ist hier alles im Lot.

Etwas anders sieht es beim Gameplay aus, denn Poker Club erfüllt zwar die thematischen Erwartungen die dieses Spiel schürt, fängt jedoch hier und da ein wenig das humpeln an. Hier komme ich gerne zunächst auf das bereits angesprochene statische und ruhige Gameplay zu sprechen. Sowohl wir als auch unsere Gegner verharren ruhig am Platz, zeigen kaum Regung und jeder Zug fühlt sich wie eine Ewigkeit an. Natürlich geht es beim Pokern nicht um Schnelligkeit, sondern viel mehr um eine gewisse Coolness. Etwas mehr Schnelligkeit hätte ich mir hier jedoch gewünscht. Zumindest in den Offline-Duellen macht es den Anschein als würden die Gegenspieler ihre Züge bewusst langsam beenden. Was mit Sicherheit der Authentizität dienlich sein sollte entpuppt sich in der Praxis jedoch schnell als ermüdend.

Auch die KI möchte mich nicht überzeugen. Natürlich ist es schwer ein Umfeld zu schaffen das durch und durch der Realität entspricht. In Poker Club weiß ich durch meine eigene Poker- und Videospielerfahrung bei einem Großteil der Runden genau wie ich mein Gegenüber zu knacken habe. Und dies bestätigt sich in fast jedem Match. Hier wird bspw. einfach kurzerhand der Einsatz verdreifacht oder es wird All-in gegangen und schon gehört die Runde in sieben von zehn Fällen mir. Schade. So bleibt die Spannung auf der Strecke.

Grundsolide Simulation für abendliche Zeitvertreibe

Poker Club hat aber auf jeden Fall auch seine positiven Seiten und die möchte ich keineswegs unter den Teppich fallen lassen. Es tritt wirklich grundsolide auf und erfüllt – wie bereits angesprochen – alle geschürten Erwartungen. Ich setze mich in den unterschiedlichen Modi an die ovalen Pokertische und jage den ganz großen Pot. Es fühlt sich größtenteils wirklich nach Pokern an und das hat Entwickler Ripstone Games wirklich gut auf die Beine gestellt. Zumal man deren Herzblut auch bemerkt. Und das möchte ich keineswegs schlecht reden.

Gespielt wird das klassische Texas Hold´em, welches auch in der Realität neben Seven Card Stud und Omaha Hold´em die am weitverbreitete Variante des Kartenspiels ist. Demnach werden sich viele Spieler direkt abgeholt fühlen und vergleichsweise wenig Hilfe brauchen. Sollte sich ein völliger Pokerneuling unter euch befinden, so erklärt euch Poker Club in einem tollen Tutorial die kompletten Regeln und zeigt euch auch alle Blätter, damit ihr während der Matches immer wisst wie eure Chancen stehen. Super! Nicht zu lang und nicht zu kurz. Genau richtig und wie gesagt, gerade für Neulinge ein wahrer Schatz.

Wer sich die Kniffe des Pokerns beigebracht hat oder bereits über ein großes Repertoire an Bluffs verfügt, der wird in den kurzweiligen Matches sehr viel Spaß haben. Wie bereits weiter oben angeschnitten verfügt Poker Club über verschiedene Spielmodi die allesamt auch mit unterschiedlichen Herausforderungen einher gehen. So fordert uns der Titel unter anderem dazu auf, dem Gegenüber einen bestimmten Geldbetrag aus der Geldbörse zu ziehen oder ihn direkt seiner ganzen finanziellen Mitteln zu berauben, damit sein Platz für einen Spieler mit mehr Liquidität frei wird.

Viel mehr bleibt mir an dieser Stelle über Poker Club nicht mehr zu sagen. Es ist eben kein typischer AAA-Blockbuster und dementsprechend auch nicht so umfangreich. Dennoch bietet Entwickler Ripstone Games dem Publikum ein tolles Spiel an, dass aufgrund seiner Thematik ideal für eine ruhige Feierabendrunde auf der heimischen Couch gemacht ist. Entweder allein im Offline- oder gemeinsam im Online-Modus. Im Test befand sich bei mir die PS4-Version. Mittlerweile ist auch eine Version für Sony´s aktuell immer noch ausverkauftem neuen Flagschiff verfügbar. Mit noch mehr Details, noch mehr Immersion und einigen neuen Features des Dual Sense-Cotrollers.

Mein Fazit

Fassen wir also nochmal zusammen: Ripstone Games´ Poker Club macht optisch sowie musikalisch einen guten Eindruck. Die verschiedenen Spielmodi machen Spaß und wir können uns auch online die Pokerchips um die Ohren werfen. Dafür wirken unsere Gegenspieler über große Teile des Gameplays hinweg zu statisch und emotionslos. Auch in puncto Geschwindigkeit gibt Poker Club einige Big Blinds ab. Dennoch überwiegen die positiven Punkte der Simulation. Aber für wen ist das Spiel denn nun gedacht?

Prinzipiell für jeden Poker-Enthusiasten der Bock auf eine abendliche Runde Karten auf der heimischen Couch hat. Dabei ist es egal ob ihr schon Vollprofi seid oder hier die ersten Berührungen sammelt. Aufgrund der tollen Hilfestellungen von Poker Club ist es für Anfänger und Profis gleichermaßen geeignet. In meinem Fall habe ich mich an einem stressigen Arbeitstag abends auf den Feierabend gefreut. Die Kinder ins Bett bringen, etwas zu futtern bereitstellen und einfach die entspannte Jagd nach dem ganz großen Pot starten. Im Anschluss war der hektische Alltag verflogen, ich war tiefenentspannt und in vielen Fällen auch einige virtuelle Chips reicher. Herrlich. Probiert es gerne aus!

  • 6/10
    Gameplay - 6/10
  • 7/10
    Sound - 7/10
  • 7/10
    Grafik - 7/10
  • 8/10
    Steuerung - 8/10
7/10

Fazit

Mit der Simulation Poker Club liefert Entwickler Ripstone Games ein grundsolides Spiel, dass euch den ein oder anderen Abend versüßen wird. Auch wenn das Gameplay ein paar Schwachstellen hat, so überzeugt dennoch das Gesamtpaket. Die verschiedenen Spielmodi, Schauplätze sowie die Herausforderungen, gepaart mit dem netten Look und der richtigen Musik machen Poker Club zu einem empfehlenswerten virtuellen Kartenspiel.

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